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28.09.2020 17:00:38


 

Höhlenbär und "Bärenhöhle"

 

ca. 15'000 Jahre v. Chr.

Ein frühes Zeugnis vorgeschichtlicher «Besiedlung» des Guldentals sind einige Zähne des Höhlenbären (Ursus spelaeus), die vor Jahrzehnten in der "Bärenhöhle" in der Limmernschlucht entdeckt worden sind. Lange bevor sich die ersten Menschen im Guldental ansiedelten, war dieser ausgestorbene Urahne unserer heutigen Braunbären - neben dem Mammut das bekannteste Tier dieser Zeit - in der Schweiz weit verbreitet.

An Grösse konnten männliche Exemplare selbst die grössten Bären der Gegenwart übertreffen und ein Gewicht von nahezu einer Tonne erreichen. Ihr Schädel war nicht nur grösser, sondern auch von einer hohen Stirn gekennzeichnet. Ganz wesentlich vom heutigen Braunbären unterscheidet sich auch das Gebiss. Es zählt zwei Zähne weniger pro Kieferhälfte mit verlängertem letztem Mahlzahn und höckerreichen Backenzähnen. Diese Form des Gebisses deutet darauf hin, dass der Höhlenbär sich im Laufe der Entwicklung zu einem Pflanzenfresser spezialisiert hatte. Die mächtigen Eckzähne sprechen nicht dagegen; sie wurden in Brunftkämpfen eingesetzt sowie zur Abwehr des wohl einzigen ernst zu nehmenden Feindes, des Höhlenlöwen.

Die Forscher sind sich heute einig, dass die Höhlenbären in einen echten Winterschlaf verfielen und zu diesem Zweck die schutzbietenden Höhlen mit ihrer gleichbleibenden, nie unter den Gefrierpunkt fallenden Innentemperatur aufsuchten.

Dieser Text und das Bild wurden uns freundlicherweise von Josef C. Haefely, Mümliswil zur Verfügung gestellt. Weitere Infos unter: www.haefely.info

Ein Zahn aus der Bärenhöhle
 

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